Ambulante Psychotherapie
Niedergelassene Psychotherapeuten
In Deutschland arbeiten rund 18.500 psychologische und ärztliche Psychotherapeuten in eigener Praxis. Sie behandeln einen Patienten durchschnittlich 80 Stunden. Insgesamt nutzen knapp 300.000 Patienten pro Jahr eine ambulante Psychotherapie.
Von den niedergelassenen Psychotherapeuten sind rund 12.000 Psychologische Psychotherapeuten. Die Mehrheit von ihnen sind Frauen (8.000), nur ein Drittel sind Männer (4.000). Außerdem sind rund 2.500 Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in der ambulanten Versorgung von minderjährigen Patienten tätig (1.800 Frauen, 700 Männer).
Hinzu kommen etwa 3.500 niedergelassene Kassenärzte, die ausschließlich psychotherapeutisch tätig sind (2.300 Frauen, 1.300 Männer). Zu ihnen gehören Fachärzte für psychotherapeutische Medizin (2.800) und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie (700).
Außerdem erbrachten noch weitere 6.500 niedergelassene Fachärzte psychotherapeutische Leistungen, darunter auch Fachärzte für Nervenheilkunde (2.900) und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie (1.200). Es ist jedoch davon auszugehen, dass circa 50 Prozent dieser Ärzte weniger als 2,5 Prozent und circa 75 Prozent weniger als zehn Prozent psychotherapeutische Leistungen abrechnen.
Psychosoziale Beratungsstellen
Menschen in schwierigen Lebens- und Konfliktsituationen können auch eine psychosoziale Beratung in Anspruch nehmen. In Deutschland existieren rund 12.500 psychosoziale Beratungsstellen, in denen neben Sozialarbeitern und Sozialpädagogen auch Psychotherapeuten arbeiten. Nach Schätzungen arbeiten in Erziehungsberatungsstellen 3.600, in Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen 1.800 und in Suchtberatungsstellen etwa 4.150 Psychotherapeuten. Verlässliche Daten, wie viele Patienten jedes Jahr in psychosozialen Beratungsstellen psychotherapeutisch behandelt werden, liegen nicht vor.
Beratungsschwerpunkte sind (Mehrfachnennungen):
| Ehe- Familien- und Lebensberatung | 5.202 Beratungsstellen |
| Erziehungsberatung | 4.840 Beratungsstellen |
| Krisenintervention | 4.636 Beratungsstellen |
| Frauenberatung | 3.105 Beratungsstellen |
| Beratung Alleinerziehende | 2.885 Beratungsstellen |
| Suchtberatung | 2.376 Beratungsstellen |
| Beratung für psychisch Kranke | 1.794 Beratungsstellen |
| Ausländerberatung | 1.819 Beratungsstellen |
| Sexualberatung | 1.369 Beratungsstellen |
| Familienplanungsberatung | 969 Beratungsstellen |
| AIDS-Beratung | 844 Beratungsstellen |
Ambulanzen
Viele Patienten mit psychischen Störungen wenden sich an Ambulanzen, die von Krankenhäuser für Psychiatrie und Psychotherapie oder entsprechenden Krankenhausabteilungen betrieben werden. Im Jahr 2001 waren es nach Hochrechnungen rund 175.000 Patienten. Seit dem 1. April 2004 sind auch Allgemeinkrankenhäuser ermächtigt, eigene Ambulanzen einzurichten, sofern sie über selbständige, fachärztlich geleitete psychiatrische Abteilungen mit regionaler Versorgungsverpflichtung verfügen. Polikliniken finden sich häufig an Universitätskliniken für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Psychosomatik und Psychotherapie. An zahlreichen Universitäten existieren ebenfalls Ambulanzen in den psychologischen Fachbereichen, in denen psychologische Psychotherapeuten ausgebildet werden. Darüber hinaus verfügen viele private Ausbildungsinstitute für Psychotherapie über eine angegliederte Ambulanz.
Für den Kinder- und Jugendbereich liegt eine bundesweite Bestandsaufnahme vor: Danach wurden im Jahr 2001 bundesweit knapp 120.000 Patienten im Kindes- oder Jugendlichenalter in Ambulanzen von Kliniken und Klinikabteilungen für Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt.
Tageskliniken
Beim Angebot für Erwachsene dominieren die rund 270 allgemeinpsychiatrischen Tageskliniken, in denen etwa 5.000 Patienten behandelt werden können. Jeder zweite Patient leidet dort an einer Schizophrenie (27 Prozent) oder einer affektiven Störungen/Depression (26 Prozent). Daneben sind in den vergangenen Jahren psychosomatische Tageskliniken entstanden, die über etwas mehr als 300 Plätze verfügen.
Nur jede zehnte Tagesklinik ist eigenständig. Die meisten sind vollstationären Krankenhäusern zugeordnet. Sie befinden sich häufig nicht in direkter räumlicher Nähe zum Haupthaus, sondern wohnortnah in einem infrastrukturellen Zentrum, so dass sie für die Patienten gut zu erreichen sind.
Die meisten Tageskliniken verfügen über zehn bis 20 Plätze. Ein Patient ist dort durchschnittlich sieben bis zwölf Wochen in Behandlung. Tageskliniken eignen sich insbesondere für Patienten, für die der Übergang aus einer stationären Therapie ins alltägliche Umfeld schwierig ist, sowie für Patienten, die z.B. Kinder versorgen müssen.
Für Kinder- und Jugendliche ist das teilstationäre Angebot deutlich höher als für Erwachsene: In der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie bestehen über 1.100 Plätze in Tageskliniken. Das entspricht einem Fünftel aller Betten der psychiatrischen Klinikabteilungen für Kinder- und Jugendpsychiatrie.




