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Häufigkeit psychischer Störungen

Definition

In Deutschland ist die "Internationale Klassifikation von Krankheiten" (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verbindlich. Die ICD-10-Klassifikation teilt psychische Krankheiten danach ein, an welchen aktuellen Symptomen sie zu erkennen sind.

Psychische Störungen sind "Beeinträchtigungen der normalen Funktionsfähigkeit des menschlichen Erlebens und Verhaltens, die sich in emotionalen, kognitiven, behavioralen, interpersonalen und/oder körperlichen Beeinträchtigungen äußern" (Bastine, 1998).

Typische Eigenschaften von psychischen Störungen sind, dass

  • sie sehr eingeschränkt willentlich zu steuern sind,
  • sie länger dauern,
  • sie Leiden verursachen,
  • sie das Leben beeinträchtigen (Beruf, Partnerschaft, Familie),
  • sie nicht selten lebensgefährlich sind (Suizidgefahr).

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Statistik

Nach den Ergebnissen des Bundes-Gesundheitssurveys (2004) erkrankt etwa jeder dritte erwachsene Deutsche im Laufe eines Jahres an einer psychischen Störung. Das sind über 16 Millionen Menschen. Diese Zahlen entsprechen vergleichbaren internationalen Studien. Psychische Störungen sind alltäglicher als allgemein wahrgenommen.

Die häufigsten Diagnosen sind:

  • Angststörungen,
  • Störungen durch psychotrope Substanzen (insbesondere: Alkohol),
  • affektive Störungen (vor allem Depression),
  • somatoforme Störungen (körperliche Beschwerden ohne ausreichende organische Ursache)

Frauen sind deutlich häufiger vom psychischen Störungen betroffen als Männer (Ausnahmen: Suchtstörungen). Frauen erkranken doppelt so häufig an Angststörungen (z.B. Angst vor großen Menschenmengen, geschlossenen Räumen, Höhenangst und Flugangst) und somatoformen Störungen wie Männer. Die allgemein größere Häufigkeit von psychischen Störungen bei Frauen könnte unter anderem auf diese beiden überdurchschnittlich häufigen, spezifischen Diagnosen bei Frauen zurückzuführen sein. Rund 40 Prozent der psychisch Erkrankten wies mehr als nur eine Störung auf.

Entsprechende Zahlen für Kinder und Jugendliche liegen nicht vor. Nach nationalen und internationalen Studien ist davon auszugehen, dass etwa jedes fünfte Kind innerhalb eines Beobachtungszeitraums von sechs Monaten von einer psychischen Störung betroffen ist. Die häufigsten psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen sind:

  • Angststörungen,
  • dissoziale Störungen,
  • hyperkinetische Störungen.

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