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Herzinfarkt: Risiko bei psychischer Belastung doppelt so hoch

In Deutschland sterben jährlich rund 170.000 Menschen an einem Herzinfarkt. Die tödliche Verstopfung der Herzkranzgefäße zählt zu den häufigsten Todesursachen. Einem Herzinfarkt kann vorgebeugt werden. Viel zu selten werden z. B. die psychischen Komponenten erkannt, die das tödliche Risiko deutlich erhöhen. "Herzinfarkt und Depression können sich in einem Teufelskreis gegenseitig verschlimmern", erklärte Prof. Dr. Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), anlässlich des Weltherztages am 30. September.

Patienten, die an einer koronaren Herzerkrankung (Bypass, Infarkt) und an einer Depression leiden, haben ein doppelt so hohes Risiko, in den folgenden zwei Jahren zu sterben, wie psychisch unbelastete Patienten. "Nur die Herzerkrankung zu behandeln, ist heute ein Kunstfehler", stellte BPtK-Präsident Richter fest. "Die Behandlung von Herzinfarkt verlangt ein integriertes Behandlungskonzept, das der körperlichen und seelischen Seite der Krankheit gerecht wird."

Ein Herzinfarkt kann eine lange, vielschichtige Entstehungsgeschichte haben: Am Anfang mögen genetische Veranlagung, Persönlichkeit und Lebensstil dem Herzmuskel und seinen Blutgefäßen zusetzen. Herzinfarkt ist nicht, wie häufig angenommen, eine typische Managerkrankheit. Patienten mit verstopften Herzkranzgefäßen gehören häufiger der unteren sozialen Schicht an. Sie zeigen oft ausgeprägtes Leistungsdenken und leugnen meist psychische Belastungen. Ein hoher Zigarettenkonsum und wenig Bewegung können diese vorbelastenden Faktoren verstärken. All dies kann in den folgenden Jahren das Risiko erhöhen, sowohl an einer Depression zu erkranken als auch einen Herzinfarkt zu erleiden.

Bei einem Herzinfarkt sollte deshalb unbedingt geklärt werden, ob auch eine Depression oder eine andere psychische Störung vorliegt. "Eine psychotherapeutische Diagnostik ist nach Bypass oder Infarkt unbedingt ratsam", erklärte BPtK-Präsident Richter. "Stellt sich dabei eine psychische und körperliche Doppelerkrankung heraus, sollte mit einer psychotherapeutischen Behandlung schon im Krankenhaus begonnen werden, die später ambulant fortgeführt wird."


Dokument zum Download (PDF):

Pressemitteilung der BPtK

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