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Psychische Störungen von A - Z

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hyperkinetische Störung

hyper = Vorsilbe mit der Bedeutung "über, übermäßig, über - hinaus"

kinētikós = "die Bewegung betreffend"

synonym: "attention deficit hyperactivity disorder” (ADHD)

Die Störung beginnt früh, meist in den ersten fünf Lebensjahren. Die Kinder sind übermäßig aktiv (hyperaktiv), zappelig oder nervös. Sie haben ein geringes Durchhaltevermögen, brechen Tätigkeiten (Aufgaben, Spiele) ab, ohne sie zu beenden. Sie sind oft unkonzentriert, leicht ablenkbar, unaufmerksam oder verträumt.

Hyperkinetische Kinder sind unbedacht, impulsiv und neigen zu unvernünftigen Handlungen, die dazu führen, dass sie häufiger Unfälle haben oder in der Schule auffallen. Sie sind einerseits oft ungehorsam und rebellisch, andererseits aber oft auch ängstlich, besorgt und leiden unter einem geringen Selbstwertgefühl.

Sie werden oft bestraft, obwohl sie eher aus Unachtsamkeit als mit Vorsatz Regeln verletzen. Gegenüber Erwachsenen sind sie oft distanzlos und es mangelt an normaler Vorsicht und Zurückhaltung. Bei anderen Kindern sind sie unbeliebt und manchmal isoliert. In vielen Fällen sind ihre kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten eingeschränkt (Lernstörungen), mitunter verzögert sich auch die motorische Entwicklung (Ungeschicklichkeit).

Das klassische Beispiel ist der "Zappelphilipp" in der Geschichte "Struwwelpeter" (1847). Vor der Einführung der allgemeinen Schulpflicht hatte die Störung keine Bedeutung, da sie erst beobachtet wurde, seit Kinder einen wesentlichen Teil des Tages im Sitzen verbringen müssen und ihren eigenen Impulsen, sich zu bewegen und aktiv zu sein, nicht nachgehen können.

Im Erwachsenenalter bleiben diese Grundsymptome in einer altersspezifischen Ausprägung bestehen. Zwar nimmt insbesondere die motorische Hyperaktivität ab, doch können Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme auch weiterhin zu Leistungsdefiziten führen.

Siehe auch:
Störungen im Kindes- und Jugendalter

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